Wandern auf Kreta – ein Paradies für Aktivurlauber

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Wanderung auf Kreta: Mili Gorge Schlucht

Unter Wanderfreunden und Naturliebhabern ist die Mittelmeerinsel Kreta sehr beliebt. Gebirgsketten, Schluchten und kilometerlange Strände bieten aufregende und traumhafte Wanderwege, die Herzen von Aktivurlaubern höher schlagen lassen. Frühling und Herbst sind dabei die beste Reisezeit für ambitionierte Wanderer und Familien mit kleinen Kindern, denn das Wetter ist zu dieser Zeit sehr mild und noch nicht so heiß wie in der Hochsaison. Wir verraten Ihnen, wie Wandern auf Kreta zum Highlight Ihrer Reise wird!

Berge oder Meer? – Beides!

Wanderung auf Kreta: Berge und Meer

Berge oder Meer? – ist eine typische Grundsatzfrage bei der Urlaubsplanung, die immer wieder für Diskussionen sorgt. In Kretas Südwesten ist für Touristen beides zu finden, sodass sie sich nicht zwischen Küsten- und Bergwanderungen entscheiden müssen. Die Südküste und der Südwesten der griechischen Insel unterscheiden sich stark von der Nordküste. Im Vergleich zum erschlossenen Norden Kretas erscheint der Süden eher ursprünglich. Mit aufragenden Bergen, wilder Natur und nur wenigen touristischen Dörfern ist dieser Teil der Insel ein wahres Paradies für Reisende, die abseits des Trubels Ausflüge in die Natur und ausgiebige Wanderungen bevorzugen.  Es warten zahlreiche Ausflugsangebote zum Wandern durch gigantische Schluchten und massive Gebirge Kretas, die mit gut markierten Wanderwegen und einer beeindruckenden Landschaft zu einem einzigartigen Individualurlaub einladen.

Wanderung zur „griechischen Karibik“

Die kleine Insel Elafonisi am südwestlichen Zipfel Kretas hat die wohl zu schönsten Sandstrände Europas. Mit dem flach abfallenden, türkisblauen Meer und dem durch zerbrochene Muscheln und Korallen rosa gefärbten Strand wird sie nicht umsonst die „griechische Karibik“ genannt. Das unbewohnte Eiland stellt ein lohnendes Ziel für eine Wanderung dar. Elafonisi ist durch eine Sandbank mit Kreta verbunden, sodass Besucher bei schwachem Wellengang und geeigneten Wetterbedingungen durch das knietiefe Wasser bis zur Insel waten können, um sich am Traumstrand von der anstrengenden Wanderung zu erholen.

Wandern zum Traumstrand Elafonisi, Kreta

Auch die idyllische Umgebung ist einer ausgiebigen Wandertour würdig. Unweit des Strandes finden sich die Ausläufer der rauen Gebirgslandschaft der Weißen Berge, wo verschlungene Pfade und einsame Bergdörfer darauf warten, erkundet zu werden. Wenn Sie Kultur, Wandern und Meer miteinander verbinden wollen, ist eine Wanderung mit Bademöglichkeit das richtige für Sie. Während der Wanderung vermittelt Ihr Tourführer Ihnen abwechslungsreiche Eindrücke über Geschichte und Traditionen der Insel. Gleichzeitig haben Sie die Chance, die Landschaft entspannt zu genießen und den Nachmittag am feinen Sandstrand erholsam ausklingen zu lassen. Im Sommer ist auch eine Anfahrt mit dem Auto, Reise- oder Linienbus möglich. In vielen Touristenorten entlang der kretischen Westküste gibt es einen täglichen Transfer nach Elafonisi. Vom Ort Paleochora aus setzt sogar vor- und nachmittags eine Fähre über.

Wandern durch die größte Schlucht Griechenlands

Der gesamte südliche Teil der Insel eignet sich hervorragend, um die riesigen Gebirgsregionen beim Wandern oder bei Tagesausflügen zu erkunden. Die unzähligen, langen Schluchten, die sich zum Teil zum Meer hin öffnen, sind ein beliebtes Ziel unter Wanderern und Naturfreunden. Sie bieten Besuchern und Einheimischen der griechischen Insel  nicht nur viel Raum für Kletter- und Wandertouren, sondern beherbergen auch eine bestimmte Flora. Entlang des Weges können Sie viele seltene Pflanzen, die aufgrund der besonderen klimatischen Bedingungen in den Schluchten gedeihen, bestaunen.

Die bekannteste unter den kretischen Schluchten ist die Samaria-Schlucht in den Weißen Bergen im Südwesten der Insel. Mit einer Strecke von rund 13 km ist sie die längste Schlucht Europas. Aus einer Höhe von etwa 1250 m führt sie hinunter an das libysche Meer bis zum kleinen Hafenort Agia Roumeli. Die bis zu 600 m hohen, senkrechten Felswände lassen an manchen Stellen nur einen Durchgang mit einer Breite von drei bis vier Metern. Die abwechslungsreiche, aber anspruchsvolle Wanderung wird in der Hochsaison täglich von 2000 bis 4000 Menschen durchwandert. Die Samaria-Schlucht ist von Anfang Mai bis Ende Oktober für Besucher geöffnet, je nach Witterungsbedingungen eventuell auch schon früher. Vorhandene Wanderwege sind überwiegend gut ausgebaut und in regelmäßigen Abständen befinden sich so genannte Wächter auf den Wegen, die als Ansprechpartner gelten und Ihnen bei Schwierigkeiten und Verletzungen helfen werden.

Die Imbros-Schlucht (rechts) ist im Vergleich zur Samaria-Schlucht (links) leicht zu begehen, aber mindestens genauso sehenswert. Die 2 bis 3-stündige Wanderung führt von der Stadt Imbros bis ans lybische Meer, wo Taxis die Besucher wieder nach oben bringen. Der Eintritt für die Schlucht liegt bei rund 2€, die Taxifahrt kostet etwa 5€ pro Person. Die Natur ist beeindruckend und das große, im Sommer trockene Flussbett lässt erahnen, welche Wassermassen hier in der kalten Jahreszeit hinunter fließen. Die Tripiti-Schlucht (Mitte) lässt sich am besten mit einem Jeep zu durchfahren. Sie zu Fuß zu durchqueren ist sehr anspruchsvoll und erfordert eine Übernachtung in den Bergen, was nur sehr erfahrene Wanderer riskieren sollten.

Unser Geheimtipp: eine grüne Wanderung durch das paradiesische Wandergebiet „Mili Gorge“ (Titelbild). Der Weg führt von den Ruinen des verlassenen Dorfs Mili, benannt nach seinen alten Wassermühlen, durch die von Pflanzen und Gräsern überwucherte Mili-Schlucht bis an die Küste von Rethymno. Während der Wanderung können Sie ungestört und abseits vom Massentourismus die Schönheit und Vielfalt der Natur bewundern, begleitet nur von Vogelgezwitscher und dem Rauschen der Gebirgsbäche.

Was sollten Sie beim Wandern beachten?

Mit der richtigen Wanderausrüstung und einer Portion Leidenschaft, die Insel zu Fuß zu erkunden, steht einer unvergesslichen Reise auf Kreta nichts mehr im Wege. Dabei sollten Sie jedoch nicht die raue und ungezähmte Seite der Insel unterschätzen. Gerade im Frühling und Herbst kann es auf Kreta zu plötzlichen Wetterumschwüngen kommen, weshalb eine Regen- und Windjacke unerlässlich ist.  Zum Wandern eignet sich generell legere, sportliche Kleidung, die Sie der Witterung anpassen sollten. Auch ein Wanderrucksack ist zu empfehlen, um problemlos ausreichend Trinkwasser und Verpflegung transportieren zu können.

Von Mitte Mai bis Ende Oktober sind je nach Wanderroute Badesachen sinnvoll, um sich im Meer zu erfrischen. Nicht alle Wanderwege sind befestigt, zudem können sie schmal und steinig sein. Hochwertige, passende Wanderschuhe mit Knöchelschutz sind für lange Ausflüge in Gebirge oder Schluchten ein Muss. Nur so passieren  Sie die Pfade angenehm und sicher und vermeiden Druckstellen und Blasen an den Füßen. Erfahrungsgemäß nehmen sich gerade unerfahrene Wanderer häufig zu viel vor und unterschätzen die Anstrengungen. Ziele wie die Samaria-Schlucht sollten Sie nur auswählen, wenn Sie über ausreichend Kondition und körperliche Fitness verfügen. Zu Ihrer eigenen Sicherheit sollten insbesondere Schlucht-Wanderungen nie im Alleingang unternommen werden. Bei einem Notfall ist Hilfe recht weit entfernt und Handys haben zwischen den Bergen oft keinen Empfang. Wenn Sie all diese Tipps beachten, steht Ihrem perfekten Wanderausflug nichts mehr im Weg.

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