Auto, Fähre oder Bus? – Fortbewegung auf Kreta

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Das richtige Verkehrsmittel zur Fortbewegung hängt von der individuellen Reiseplanung ab. Bei der Wahl des Fortbewegungsmittels spielen Flexibilität, Komfort und Budget eine entscheidende Rolle. Für viele Urlauber gehört das Erkunden der Insel, vom touristischen Norden bis zum ursprünglichen Süden, zu einer perfekten Reise. Ob Sie den Palast von Knossos entdecken, die längste Schlucht Europas durchwandern oder dem Archäologischen Museum einen Besuch abstatten – die Sehenswürdigkeiten sind vielfältig, liegen aber oft nicht in der unmittelbaren Umgebung der Unterkunft. Doch welches Fortbewegungsmittel auf Kreta ist am praktischsten und worauf sollte bei der Auswahl geachtet werden?

Vorsicht bei der Autovermietung

Die Insel Kreta hat die ideale Größe, um all ihre historischen Ausgrabungsorte, feinen Sandstrände und die beeindruckende Natur während einer längeren Reise entdecken zu können. Hierfür ist ein Mietwagen bestens geeignet, der Sie den Urlaub über begleitet und Sie auch an die sonst unzugänglichen Orte bringt. Einer der größten Vorteile eines eigenen Autos ist die hohe Flexibilität der Fortbewegung. Bereits direkt am Flughafen müssen Sie nicht auf einen Transferbus zur Unterkunft warten, der womöglich ewig braucht, um Ihr Hotel zu erreichen, da er vorher noch weitere 20 Urlauber aus der gleichen Region zu ihren Hotels bringt.

Wenn Sie spontan sind und die Insel auf eigene Faust erkunden wollen, gönnen Sie sich die Freiheit eines Mietwagens. Anbieter für die Autovermietung gibt es auf Kreta wie Sand am Meer. In fast jedem Ort, wo größere Touristengruppen üblich sind, haben Sie die Möglichkeit, ein Fahrzeug zu mieten. Dafür benötigen Sie in der Regel einen Personalausweis oder Reisepass zur Vorlage und gegebenenfalls eine Kreditkarte oder Bargeld, um die Kaution zu Hinterlegen. Zudem müssen Sie seit über einem Jahr in Besitz eines EU-Führerscheins und mindestens 21 Jahre alt sein.

Seien Sie jedoch vorsichtig bei der Übergabe des Mietwagens und achten Sie in jedem Fall auf bereits vorhandene Schäden. Leider gibt es auch auf Kreta einige unseriöse Anbieter, die Urlauber ausnutzen und Fahrzeuge im schlechten Zustand zu immensen Preisen vermitteln. Damit Sie nicht in diese Touristenfalle tappen, lesen Sie den Mietvertrag sorgfältig und hinterfragen Sie alle Unklarheiten. Vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl und lassen sich nicht zu einer Unterschrift drängen – auf Kreta gibt es genug andere Anbieter. Ein Kleinwagen sollte (inklusive Steuern, Vollkasko und gefahrener Kilometer) in der Hauptsaison bei nicht mehr 30 EUR pro Tag liegen. Lockangebote unter 15 EUR pro Urlaubstag sollten Sie mit Vorsicht genießen, denn hier ist die Betrugsgefahr besonders hoch.

Straßenverhältnisse auf Kreta

Die Straßenverhältnisse auf der griechischen Insel weichen unter Umständen deutlich von den gewohnten ab. Trotz fortschreitender Anpassung und Ausbesserungen der Straßen schwanken die Straßenbedingungen stark. Mit Ausnahme der National Road an der Nordküste sind fast alle Straßen mit Schlaglöchern versehen. Mit angepasster Geschwindigkeit sind sie jedoch gut befahrbar. Einige schöne Routen führen auf Feldwegen durch die Berge Kretas. Wenn Sie solche Spritztouren planen, ist ein geländegängiger Wagen notwendig. Für die Fortbewegung im normalen Straßenverkehr benötigen Sie jedoch keinen Jeep, auch wenn einige Vermieter gern anderes behaupten.

Generell sollten Sie eine vorsichtige Fahrweise an den Tag legen. Plötzlich auftauchende Schafs- oder Ziegenherden sind keine Seltenheit und in Gebirgsregionen kann es zu Steinschlägen kommen. In Küstennähe können die Fahrbahnen aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit und des verdunsteten Meersalzes extrem rutschig sein, was jedoch eher Motorradfahrer zu spüren bekommen. Die Kreter selbst haben einen recht freien Fahrstil und schneiden gerne Kurven, weshalb vor jeder uneinsichtigen Abbiegung äußerstes Rechtsfahren anzuraten ist.

Unser Tipp: Besorgen Sie sich vorab eine Straßenkarte zur Übersicht im Maßstab 1:100.000. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Urlauber mit einer groben Orientierung nach der Himmelsrichtung und der Zuhilfenahme einer Karte meist am schnellsten ans Ziel kommen. Navis sind zwar vor Ort erhältlich, sorgen mangels regelmäßiger Updates des Kartenmaterials aber oft für Verwirrung. Die Straßenschilder sind (sofern vorhanden) fast alle in griechischen und lateinischen Buchstaben beschriftet, was die Orientierung wesentlich erleichtert.

Fortbewegung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln

Wer nicht selbst m fahren kann oder will, lässt sich per Linienbus kutschieren. Bereits bei der Ankunft mit Fähre oder Flugzeug stehen Busse bereit, mit denen die Reise komfortabel, günstig und umweltfreundlich weiter geht. Das Netz der öffentlichen Verkehrsmittel auf Kreta ist dicht gewebt. So gut wie alle Städte sind direkt mit der Hauptstadt Iraklio verbunden, doch auch viele Dörfer werden angefahren. Die Reisebusse des staatlichen Linienbusunternehmens KTEL sind klimatisiert und modern ausgestattet. Bitte bedenken Sie bei Ihren Planungen, dass es keine Toilette an Bord gibt.

Die Busverbindungen sind regelmäßig, der Fahrplan wird jedoch nach Jahreszeit dem Bedarf angepasst. Unsere Erfahrung nach sind die Busse meist pünktlich, was aber auch von der Verkehrslage und Tageszeit abhängt. Die Fahrpläne hängen auch in lateinischer Schrift aus. Fahrkarten sind bei größeren Busbahnhöfen am Schalter, ansonsten direkt beim Busfahrer erhältlich. Die Haltestellen sind nicht immer einfach zu finden, da sie zum Teil nur durch kleine Schilder gekennzeichnet sind. Planen Sie deshalb ruhig etwas mehr Zeit ein, wenn Sie den Bus zur Fortbewegung nutzen, um die Abfahrt nicht zu verpassen. Einen aktuellen Überblick über die Verbindungen auf Kreta, inklusive Abfahrtszeiten, Fahrdauer und Preis bieten die Busfahrpläne auf der Website der KTLE.

Unsere Empfehlung: Wenn Sie Iraklio, die Hauptstadt Kretas, entdecken wollen, sollten Sie sich für eine Hop-On/Hop-Off-Tour entscheiden. Innerhalb eines Tages können Sie so bequem alle Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigen. Dazu zählen unter anderem der Palast von Knossos, das berühmte Archäologische Museum und das Historische Tor in der Altstadt. Da Sie flexibel an allen den Haltestellen ein-  und aussteigen können, lässt sich die Rundfahrt ganz nach Ihren Wünschen gestalten. Durch den Audiokommentar, der auch auf Deutsch verfügbar ist, lernen Sie nebenbei die Geschichte und Kultur Kretas näher kennen.

Unser Tipp:  Eine Schifffsfahrt nach Santorini

Um benachbarte Inselgruppen wie die bezaubernden Santorini zu erreichen, bietet sich eine Fahrt mit der Fähre an. Das felsige Eiland ist gekennzeichnet durch die schwarz-roten Strände und eindrucksvollen Klippen, auf denen die weltweit wohl einmaligen Dörfer errichtet wurden. Der Vulkan der Insel ist immer noch aktiv und vervollständigt die dramatisch wirkende Landschaft. Von den Häfen in Iraklio und Rethymnon fahren in der Hauptsaison meist täglich Schiffe zur Hauptinsel Thira und ermöglichen Tagesausflüge. Wenn Sie sich gegen einen Mietwagen entschieden haben und einen ortskundigen Reiseführer zu schätzen wissen, sollten Sie ein Ausflugspaket buchen. Diese beinhalten oft den Transfer zu verschiedenen umliegenden Inseln oder bieten eine individuelle, komfortable Abholung an.

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